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WM: Wie späte Anstoßzeiten die Gastronomie unter Druck setzen

Späte Anstoßzeiten bei der WM könnten die Umsätze der Gastronomie erheblich schmälern. Wie reagieren Betreiber auf diese Herausforderung?

Von Clara Weber7. Juli 20263 Min Lesezeit

Warum sind späte Anstoßzeiten problematisch?

Die späten Anstoßzeiten bei der diesjährigen Fußball-Weltmeisterschaft könnten für die Gastronomie in Deutschland zur Herausforderung werden. Während viele Fans sich auf spannende Spiele freuen, stellt sich die Frage, ob die späten Zeitpunkte auch die Umsätze der Gastronomie schmälern könnten. Wenn Spiele erst nach 21 Uhr beginnen, gibt es viele Fragen zu den Auswirkungen auf das Besucheraufkommen in Kneipen und Restaurants.

Ein Grund für die Bedenken ist, dass eine große Anzahl von Gästen möglicherweise nicht bereit ist, nach einem langen Arbeitstag oder einem Familienabend noch einmal aus dem Haus zu gehen. Nach 21 Uhr sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass sich Menschen für ein gemeinsames Public Viewing entscheiden, erheblich. Viele stellen sich die Frage, ob sie wirklich bereit sind, den ganzen Abend in einem überfüllten Restaurant zu verbringen oder ob sie die Spiele lieber zu Hause verfolgen.

Wie reagieren Gastronomiebetreiber?

Die Betreiber der Gastronomie stehen vor einer doppelten Herausforderung. Einerseits möchten sie den Fans ein tolles Erlebnis bieten, andererseits müssen sie auch betriebswirtschaftliche Überlegungen anstellen. Einige Gastronomien haben spezielle Angebote für die späten Anstoßzeiten entwickelt, suchten nach kreativen Lösungen, um das Interesse der Kunden zu wecken.

Es gibt Berichte über verlängerte Happy Hours, spezielle Menüangebote und Veranstaltungen, die den Anreiz erhöhen sollen, das Haus zu verlassen. Doch die Frage bleibt, ob diese Maßnahmen ausreichen, um die Zuschauerzahlen während der WM zu steigern, insbesondere wenn man die Konkurrenz durch Streaming-Dienste und private Feiern berücksichtigt.

Was sagen Experten zur Situation?

Experten aus der Gastronomie und Veranstaltungstechnik sind sich uneinig, wie sich die späten Anstoßzeiten tatsächlich auf den Umsatz auswirken werden. Einige glauben, dass die digitale Revolution und die damit verbundenen Möglichkeiten des Streamings dazu führen, dass weniger Gäste in den lokalen Gastronomien erscheinen. Andere argumentieren, dass das Gemeinschaftserlebnis im Stadion oder im Pub nach wie vor einen hohen Reiz hat und viele Zuschauer auch in den späten Abendstunden anziehen wird.

Ein interessanter Punkt, der oft übersehen wird, ist die Veränderung des Publikumsverhaltens. Die jüngere Generation, die oft weniger an traditionellen Feierlichkeiten interessiert ist, könnte es vorziehen, Spiele in einer entspannteren Umgebung mit Freunden zu Hause zu betrachten. Dies wirft die Frage auf, ob die Gastronomie in der Lage ist, sich an diese Veränderungen anzupassen und neue Zielgruppen zu gewinnen.

Welche Alternativen gibt es für die Gastronomie?

In Anbetracht der Herausforderungen, die späte Anstoßzeiten mit sich bringen, müssen sich Gastronomiebetriebe kreative Lösungen einfallen lassen. Eine Möglichkeit könnte sein, die Atmosphäre zu optimieren und die Lokalität so einzurichten, dass sie auch beim späteren Spielbeginn einladend ist. Die Programmierung von Live-Unterhaltung vor den Spielen könnte eine Strategie sein, um die Gäste länger zu halten und zu verhindern, dass sie vor Spielbeginn abwandern.

Außerdem könnten spezielle Aktionen rund um die WM geplant werden, um die Vorfreude zu steigern und Gäste zu motivieren, die Kneipe oder das Restaurant zu besuchen. Diese Aktionen könnten von thematischen Abenden bis hin zu Gewinnspielen reichen, die dieFans dazu anregen könnten, trotz später Anstoßzeiten das Haus zu verlassen.

Was bleibt unberücksichtigt?

Während die Gastronomiebetriebe versuchen, sich auf die veränderten Umstände einzustellen, bleiben viele Fragen unbeantwortet. Wie wird sich das Zuschauerverhalten langfristig ändern? Welche Rolle spielen digitale Medien und soziale Netzwerke in der Entscheidungsfindung der Zuschauer?

Es gibt keine klaren Antworten auf diese Fragen, aber es ist offensichtlich, dass die Gastronomie vor einer grundlegenden Herausforderung steht. Auch die beiläufigen Bemerkungen über "Kneipenkultur“ und die Liebe der Deutschen zu Fußballspielen können nicht ignoriert werden. Wie lange wird die traditionelle Kneipe noch der Hauptort für das Live-Erlebnis bleiben, wenn sich die Rahmenbedingungen verändern?

Ein Blick auf die möglichen Trends könnte eine Antwort darauf geben, wie Gastronomien strategisch aufgestellt sind, um mit den Herausforderungen der Zukunft umzugehen. Die Branche muss sich anpassen, und der Druck auf die Umsätze könnte die Notwendigkeit beschleunigen, innovative Strategien zu entwickeln und neue Zielgruppen zu erschließen.

Ist dies das Ende von Public Viewing?

Obwohl es extreme Gedanken sind, könnte man sich fragen, ob die Zeiten des Public Viewings, wie wir sie kannten, zu Ende gehen. Ist es möglich, dass sich diese Tradition in den kommenden Jahren stark verändert oder sogar ausstirbt? Die anhaltenden Diskussionen über die Anstoßzeiten und deren Auswirkungen auf die Gastronomie verdeutlichen, dass sich die Branche in einem anhaltenden Wandel befindet.

Die Herausforderungen sind eindeutig, und sie werden von den Gastronomiebetrieben nicht ignoriert werden können. Vielleicht ist es an der Zeit für einen Wandel in der Art und Weise, wie wir Fußball schauen und erleben. Ein solcher Wandel könnte sowohl Chancen als auch Risiken für die Gastronomie mit sich bringen, und es wird spannend sein zu beobachten, wie sich die Branche in den kommenden Jahren entwickeln wird.

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